Drei Aspekte der Sicherheit beim Vaterschaftstest

Sicherheit hat bei einem Vaterschaftstest drei Aspekte: Die Gewinnung der Untersuchungsproben muss sicher ablaufen. Die Analysen, deren Ergebnisse und die Bewertung derselben müssen sicher sein. Der Datenschutz muss gewährleistet sein.

Sicherheit beim Ablauf

Sichere Identität:
Sofern die Probenentnahme nicht direkt in unserem Labor erfolgt, arbeiten wir nur mit Ärzten und Gesundheitsämtern zusammen. Dabei wird die Identität der Testpersonen zweifelsfrei festgestellt. Der höchste Sicherheitsgrad wird erreicht, wenn die Proben unter Anwesenheit und Aufsicht von Mutter und vermutetem Vater gleichzeitig erfolgen.

Sichere Analyse:
Die Arbeitsplätze für die einzelnen Bearbeitungsschritte sind streng voneinander getrennt, grundsätzlich wird an allen Arbeitsplätzen das Vier-Augen-Prinzip angewandt. Nach Gewinnung der DNA erfolgt der Ansatz der PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion).

Nach der Vervielfältigung der DNA-Sequenzen führt kein Weg mehr zurück zu einer vorherigen Arbeitsstation. Dadurch wird erfolgreich verhindert, dass Proben verunreinigt werden. Um menschliche Fehler bei der Analyse auszuschließen, werden die Untersuchungsergebnisse in einer zweiten Untersuchung bestätigt.

Sichere Auswertung:
Die Bewertung der Analyseergebnisse und die Erstattung der Gutachten liegt ausschließlich in der Verantwortung von Dr. med. Friedrich Schunter.

Sicherheit des Ergebnisses

Bei den von uns durchgeführten richtlinienkonformen DNA-Vaterschaftstests werden mindestens 20 STR-Systeme untersucht.

Ist es sicher, dass ich nicht der Vater bin?
Die STR-Merkmale eines Kindes stammen von der Mutter und vom Vater. Merkmale, die das Kind nicht von der Mutter geerbt haben kann, müssen vom Kindesvater stammen. Es handelt sich dabei um obligat erforderliche Merkmale für eine Vaterschaft. Besitzt ein Mann mindestens vier obligat erforderliche Merkmale nicht, ist die biologische Vaterschaft dieses Mannes ausgeschlossen. Der Ausschluss ist sicher.

Ist es sicher, dass ich der Vater bin?
Ergibt sich beim Test, dass der Mann alle STR-Merkmale besitzt, die das Kind von seinem Erzeuger geerbt haben muss, spricht dies für seine Vaterschaft. In der Abhängigkeit von der Häufigkeit dieser Merkmale in der Bevölkerung wird die Vaterschaftswahrscheinlichkeit errechnet. Garantiert ist, dass ein Wert von mindestens 99,999 Prozent erreicht wird. Dies bedeutet, dass theoretisch ein anderer Mann höchstens mit einer Häufigkeit von 0,001 Prozent ebenfalls als Vater in Frage kommt. Nur in einem von 100.000 vergleichbaren Fällen würde also ein unverwandter Mann fälschlicherweise als Vater bezeichnet. Diese „Restunsicherheit” beruht darauf, dass auch bei Verwendung von Erbmerkmalsystemen mit seltenen Merkmalen trotzdem in der Bevölkerung Personen vorhanden sind, die eine Kombination von Merkmalen aufweisen, die eine Vaterschaft nicht ausschließen. Kommt als Erzeuger des Kindes ein naher Verwandter des Vaters in Frage, sind die statistischen Aussagen bezüglich der Vaterschaftswahrscheinlichkeit nicht zutreffend, da bei enger Verwandtschaft eine besondere Häufigkeit von Merkmalen vorliegt. Daher muss der Verwandte in die Untersuchung miteinbezogen werden.

Die Mutter ist immer sicher:
Voraussetzung für ein sicheres Gutachten ist die Teilnahme der Mutter am Test, da man nur so eine Aussage darüber treffen kann, welche Merkmale das Kind von der Mutter geerbt hat und welche für den möglichen Vater übrig bleiben. Die Sicherheit eines Tests, an dem die Mutter nicht teilgenommen hat, ist daher meist erheblich niedriger. Sofern beide Erwachsenen verfügbar sind, erstellen wir daher nur Abstammungsgutachten, an denen beide Erwachsene und das Kind teilgenommen haben.

Sicherheit beim Datenschutz

Sicheres Labor:
Zum Labor haben ausschließlich autorisierte Mitarbeiter Zutritt. Sämtliche Räume sind gegen Einbruch gesichert.

Sichere Computer:
Das Labornetzwerk ist unabhängig, nicht über das Internet zugänglich und komplett passwortgeschützt.

Sichere Verwahrung:
Die Verfügbarkeit der elektronischen Daten wird über eine Datensicherung mittels Bandlaufwerk für mindestens zwölf Monate gesichert. Schriftliche Dokumente werden entsprechend den geltenden Richtlinien für 30 Jahre aufbewahrt. Akten mit Personendaten werden nur in verschlossenen Aktenablagen aufbewahrt.

Sicher keine Auskunft an Unberechtigte:
Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, das Datengeheimnis zu wahren. Ohne die ausdrückliche Einwilligung der am Test beteiligten Personen erhält niemand Auskunft über das Ergebnis der Untersuchung.

Sichere Versendung:
Versand erfolgt durch die Deutsche Post in neutralem Umschlag. Auf Wunsch kann der Versand per Einschreiben erfolgen.